1. stellv. Bürgermeister Wilfried Sauer (CDU) hält Einführungsrede

Am 22. Oktober 2015 wurde die neue Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker (SPD) in der Sitzung des Stadtrates offiziell in ihr Amt eingeführt. In einem feierlichen Akt vereidigte der 1. stellvertretende Bürgermeister Wilfried Sauer und hängte ihr die Amtskette um.

Anschließend hielt er die Einführungsrede, deren Wortlaut hier abgedruckt ist:

 

Frau Bürgermeisterin,
werte Ratskolleginnen und -kollegen,
meine sehr geehrten Damen und Herren,
liebe Zuschauer,


wenn Sie die Berichterstattung in den Medien bzw. die Ausführungen in den sozialen Netzwerken zu den Bürgermeister-Wahlen in Linnich in den letzten Wochen verfolgt haben, stellten Sie fest, dass man sich dort mit Superlativen überschlug. Da war die Rede von „Start- Ziel-Sieg“, „großer Vertrauensvorschuss“, „furioser Endrundensieg“, „überwältigendes
Wahlergebnis“ usw. Getoppt wurde das Ganze nur, als es hieß „MSZ sprachlos“. Mit Verlaub, Frau Bürgermeisterin, das kann ich mir bei Ihnen nun wahrlich gar nicht vorstellen.

Ich freue mich Sie, sehr geehrte Frau Schunck-Zenker und natürlich auch ihre Angehörigen willkommen zu heißen und darf Ihnen nochmals zu Ihrer Wahl gratulieren. Sie treten ein Amt
an, das mit großen Herausforderungen verbunden ist. Und damit bietet es auch Chancen, auf die Entwicklung von Linnich und den Ortschaften Einfluss zu nehmen, Gegenwart und Zukunft zu gestalten. Gegenwart wie Zukunft zu gestalten, das war ihr erklärtes Ziel, als Sie den Hut in den Ring der Bürgermeister-Kandidaten warfen. Dieses Ziel hat Sie nun an die Spitze der Stadt Linnich geführt. Die Wählerinnen und Wähler wollten einen Wechsel - ja, sie wollten diesen Wechsel -. Sie wollten, was wir so gerne in Linnich haben - frischen Wind - sozusagen frischen Lennicher Wenk -. Der Souverän ist mit einem großen Vertrauensvorschuss in Vorleistung getreten, jetzt gilt es zu liefern.

Wie bei jeder Änderung an der Spitze ist auch Ihr Amtsantritt mit manchen Erwartungen verbunden. Unser Gemeinwesen und insbesondere das in Linnich steht vor einem Wandel. Sich dann auch noch im Wettstreit mit den Nachbarn gut zu positionieren sowie Strukturprobleme zu lösen, das steht, wie bei den meisten Städten und Gemeinden auf der Tagesordnung. Diese Aufgaben zu meistern erfordern Kompetenz und perspektivisches Denken.

Die Kommunalpolitik steht heute unter vielfältigem Druck. Wir haben es nicht nur mit den bereits erwähnten Erwartungen der Bürgerinnen und Bürger zu tun, wir haben vor allem zu tun mit dem Problem immer leerer werdender Kassen, der Zuweisung immer neuer Aufgaben an die Kommunen, ohne sie gleichzeitig mit den dafür erforderlichen Mitteln auszustatten. All dies, man kann es nicht anders sagen, engt den kommunalen Handlungsspielraum ein.

Um die noch vorhandenen Gestaltungspotentiale, die es natürlich gibt, voll auszuschöpfen und um Linnich weiter nach vorn zu bringen werden Sie, sehr geehrte Frau Schunck-Zenker, Ihr Gespür für das Notwendige und das politisch Machbare brauchen. Zwar managt eine Bürgermeisterin die Obliegenheiten einer Kommune nicht allein, aber sie ist doch ein unverzichtbarer Anreger und Impulsgeber. Von ihrer Fähigkeit, Ziele zu definieren und konsequent anzusteuern, von ihrer Stärke, andere zu überzeugen, zu motivieren und mitzuziehen, davon hängt viel ab. Verschaffen Sie sich Gehör, auch und gerade über den Tellerrand Linnichs hinaus. Ich wünsche Ihnen in diesem Zusammenhang, dass Sie sehr wohl unterscheiden können, zwischen den Schulterklopfern und Bussi-Bussi-Leuten und denjenigen, die es wirklich ehrlich und aufrichtig mit Ihnen meinen.

Wo liegen die Perspektiven von Linnich? Was muss getan werden, damit unsere Stadt und unsere Ortschaften ihre Lebensqualität steigern und fit für die Zukunft werden? Diese Fragen beschäftigen uns alle. Ihre Positionen und Richtungen, ihre ehrgeizigen Ziele dazu, Frau Bürgermeisterin, sind allgemein bekannt.

In diesem Sinne kann ich Ihnen versichern, dass Rat und Verwaltung zu einer guten Zusammenarbeit bereit sind und Sie nach Kräften unterstützen werden, unsere Stadt und
natürlich auch unsere Ortschaften weiterzuentwickeln und die künftigen Herausforderungen zu meistern.

Im Namen des Rates wünsche ich Ihnen alles Gute, viel Kraft und Erfolg als Bürgermeisterin der Stadt Linnich.